Das zweite flyingbrick-Treffen 2003

fand vom 9. bis 11. Mai 2003  auf dem Eisenberg in 36275 Kirchheim-Willingshain statt. Unser Gastgeber war diesmal Dirk Galle, der diese nicht gerade leichte Aufgabe mit Bravour erledigte. Für Ortsunkundige: der 650 Meter hoch gelegene Eisenberg befindet sich in Hessen, etwa 20km von der Abfahrt Bad Hersfeld der A7 entfernt.

Am Freitag, dem 9. Mai fand die Anfahrt bei wechselhaftem Wetter statt. Nach einem regnerischen Morgen gab es tagsüber noch einige teils heftige Regenschauer, die aber die gute Laune der Besucher nicht trüben konnten. Rund 200 Anmeldungen lagen bis dahin vor. Das Treffen konnte als Gesamtpaket mit Halbpension zu Preisen zwischen EUR 50,00 (Zeltplatz) und 85,00 (Hotelübernachtung) gebucht werden. Dazu kamen schätzungsweise 200 Tagesgäste, die das nicht gerade kleine Gelände schnell füllten.

Dieses Gelände gehört zum Hotel Eisenberg, dessen Wirt Dirk Galle tatkräftig bei der Abwicklung des Treffens unterstützte. Zwei große Festzelte erwarteten die Besucher, die aus ganz Europa den Weg nach Hessen fanden.

Oben: BMW aus Österreich, Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Spanien, und England (von links).

Die ersten Besucher trafen gegen Mittag ein. Ein winziger Wohnwagen diente Dirk als mobiles Büro, denn die Anmeldung der Teilnehmer mit Ausgabe von Essenmarken, Eintrittsband, Erinnerungsbutton und Aufklebern musste noch erledigt werden. Bewundernswert, wie ruhig Dirk dies erledigte ! Wie im Vorjahr war der Freitag nicht nur Anreisetag, sondern diente vor allem dem Kennenlernen. Ob im Zelt oder draussen bei den Motorrädern, der Gesprächsstoff ging so schnell nicht aus. Weil das Mikrofonkabel fehlte, wurde eine gewaltige Bratpfanne plus Suppenkelle schnell zum Wahrzeichen des Treffens, wenn Dirk mal wieder etwas durchzusagen hatte: ein paar Schläge auf die Pfanne sorgten schnell für Ruhe im Zelt...

Bild links:
Apropos Pfanne - Frank Enser hatte im Vorfeld des Treffens angeregt, Geld für einen gemeinnützigen Zweck zu sammeln. Über fünfhundert Euro waren zusammengekommen. Eine spontane Sammlung mit der erwähnten Pfanne ergab weitere dreihundert Euro, so dass insgesamt über 800 Euro an den Leiter eines Jugendfreizeitheims in Aua (nahe Bad Hersfeld) übergeben werden konnten. Vom gesammelten Geld sollen Basketballkörbe für den Außenbereich beschafft werden. Bildmitte: Dirk Galle und Frank Enser.

Unterstützt wurde das Treffen übrigens von BMW Limberger, MV Verholen (BMW-Zubehör) und Falk Hartmann (Gespannbau). Nochmals herzlichen Dank an die drei Firmen, die mit ihrem Engagement viel zum Gelingen des Treffens beigetragen haben. Da die Teilnehmer teilweise weiter entfernt untergebracht waren, verkehrte abends regelmäßig ein Shuttlebus zu den Unterkünften, dessen rasante Fahrweise allerdings nicht überall auf Gegenliebe stieß...

Der Samstag begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Zelt. Anschließend gab es noch einmal Gelegenheit zum Tanken, denn es standen drei Ausfahrten nach Schotten, zum “Kannibalenhaus” und zur Edertalsperre zur Auswahl. Von 11 bis 16 Uhr war zum Beispiel die Ederseegruppe unterwegs. Hier hatten sich besonders viele Gäste angemeldet, die mit 190 km Fahrspaß auf kurvenreichen Nebenstrecken belohnt wurden.  Höchste Zeit für die Rückfahrt, denn wir hatten wieder zum Kennerspiel und zur Wahl der schönsten Motorräder gerufen. Direkt nach den Ausfahrten wurden darum Wahlzettel und Quizbögen ausgegeben.

Bild links:
Meine Frau Renata und unsere Tochter Annika (5) genossen die Fahrt im K100 RS / EML 2001 - Gespann, eingeladen von Rainer aus Kleve. Müde, aber vollkommen begeistert kehrten sie von ihrem ersten Gespannausflug zurück.
Einmal mehr zeigte sich, dass Gespannfahren der ganzen Familie Spaß macht. Warum eigentlich nutzen nicht mehr Gespannbauer die Möglichkeit, uns bei unseren Treffen und auf dieser Internetseite zu informieren ? Immerhin stieß Falk Hartmann mit seinen auf dem Eisenberg gezeigten Gespannen (auf Basis K100 RS und K1200 RS) auf großes Interesse...

Das Kennerspiel bot auch bei seiner zweiten Auflage wieder viel Denksport rund um die Motorräder von BMW. Wann wurde das erste Serienmotorrad mit Verkleidung gebaut, welches war das seltenste K-Modell, was bedeutet teilintegrales Bremssystem - da geriet mancher K-enner ins Schwitzen. Dreizehn Experten schafften schließlich den Weg ins Finale, wo sie mit drei superschweren Zusatzfragen konfrontiert wurden. Diese mussten auch noch unter Zeitdruck gelöst werden.

Bild links:
Das Kennerspiel sorgte für ein volles Zelt und rauchende Köpfe. Wer zum Schluss ganz vorn dabei sein wollte, hatte fünfzehn knifflige Fragen zu beantworten. Hättest du gewusst, wie viel Litern auf 100 Kilometern 47 amerikanische “miles per gallon” entsprechen ? Von rund vierhundert Gästen hatte am Ende nur einer alle Fragen richtig beantwortet !

Die besten Drei erhielten schließlich einen Pokal, ebenso wie der Teilnehmer mit der weitesten Anfahrt (aus Madrid) und der älteste Teilnehmer (68 Jahre). Prämiert wurde die älteste BMW (mit Fahrgestellnummer 38) ebenso wie die meisten Kilometer (440.000km mit einem Motor). Ein schönes Dreigestirn schließlich bildeten die drei schönsten Motorräder der Kategorien Original (K100 RS), Umbau (K75 S) und Gespann (K1100 RS/EML). Dass dabei ausgerechnet meine eigene RS zum schönsten Originalmotorrad gewählt wurde, hat mich ebenso überrascht wie gefreut. Dennoch brauchte Dirk einige Überzeugungskraft -als Mitveranstalter wollte ich eigentlich nicht einen der Pokale “abstauben”

Bild links: 409.000 Kilometer hatten sichtbare Spuren auf dieser LT hinterlassen. Aber nicht nur deswegen staunten die Beobachter: der Besitzer hatte seinen Hund im Takrucksack mit dabei...

Zur Siegerehrung präsentierten die Besitzer ihre Motorräder im Zelt

Apropos “abstauben”: Bereits am Nachmittag hatten wir uns nach der Kilometerfresser-K umgesehen und hatten dabei neben der später prämierten K100 von Bärbel Hilgemann noch eine niederländische K100 LT mit 409.000km gefunden. Eindruck machte diese LT aber vor allem durch die fingerdicke Schmutzschicht, die das Motorrad bedeckte. Und so riefen wir auch diesen Fahrer auf, die Trophäe für das “Sauberste Motorrad, zweiter Platz” entgegenzunehmen -einen Eimer Wasser, einen Schwamm und einen Lappen...der Besitzer trug es ebenso wie wir mit viel Humor und führte sein Schmuckstück bereitwillig vor. Mehr noch, uns zu Ehren putzte er ein etwa 40 Quadratzentimeter großes Stück der Verkleidung vom Schmutz der letzten zehn Jahre frei ! Unter allen, die sich am Kennerspiel und der Wahl der schönsten Motorräder beteiligt hatten, wurden dann wertvolle Sachpreise verlost. MV Verholen und Falk Hartmann hatten einige Zubehörteile gestiftet, darunter Windabweiser für Verkleidungen und Bierkrüge.

Während der DJ im Zelt Musik aus den 70ern und 80ern auflegte, brannte draußen das Lagerfeuer. Schade, dass der Freitag mit seinen Regenschauern kein Feuer ermöglichte, der DJ büsste so einen großen Teil des Publikums ein. Vielleicht ist der Wettergott 2004 gnädiger mit uns, so dass wir das Lagerfeuer schon Freitag entzünden können ? Dirk Galle und Hotelbetreiber André Gumula haben nämlich unter dem Beifall der Teilnehmer angekündigt, unser Treffen auch 2004 auf dem Eisenberg auszurichten. Die Stimmung hätte jedenfalls nicht besser sein können.

Wie schon tags zuvor begann der Sonntag mit einem ausgiebigen Frühstück im Festzelt. Anschließend fand ein Motorradgottesdienst mit Pfarrer Maltzahn statt. Sicher war ich nicht der Einzige, der solch einen Gottesdienst zum ersten Mal live erlebte. Und damit wurde es leider Zeit, Koffer, Topcase oder Gepäckrollen zu packen, denn nicht Wenige hatten eine weite Heimfahrt zu bewältigen. Einer derjenigen, die es besonders weit hatten, war Georg aus Tirol. Deswegen war die Aufregung groß, als plötzlich die Brieftasche von Georg vermisst wurde -mit allen Papieren und dem Geld für den Heimweg. Als alles Suchen nicht half, wurde eine spontane Sammlung veranstaltet. In kurzer Zeit kamen 230 Euro zusammen. Glücklicherweise fand sich noch am selben Tag die Brieftasche wieder an, so dass Georg das gesammelte Geld an Dirk Galle weitergeleitet hat.

Ein letztes Highlight an diesem Wochenende stand noch aus: wer wollte, konnte noch an einer Tour zum Münch-Museum in Laubach teilnehmen. Der Konstrukteur der legendären Münch “Mammut” 1200TTS und der Titan 2000, Friedel Münch, führte uns persönlich durch sein Reich und zeigte uns seine Motorräder. Sicherlich eine einmalige Gelegenheit, diesen genialen Mann kennenzulernen, und ein schöner Abschluss unseres Treffens obendrein.