Das siebte Flyingbrick-Treffen 2008

wurde vom 26.-29.06.2008 in Olpe veranstaltet. Erstmals hatte das Team rund um die Forummitglieder Till, DirkME, Ralvieh und RAJG vier statt drei Tage eingeplant -wie sich zeigte, war trotzdem keine Langeweile zu verzeichnen. Der Veranstaltungsort liegt am Bigge-Stausee im Hochsauerlandkreis (Kennzeichen HSK), also im Herzen Nordrhein-Westfalens. Wiederum trafen wir uns in einem Kolpinghaus (das war schon 2005/2006 in Immenreuth der Fall). Kolpinghäuser dienten früher reisenden Handwerksgesellen als Unterkunft; heutzutage bieten die 220 Häuser des Kolpingvereins vor allem Familienfreizeiten an.

Diesmal also waren wir bei Martin Niemann und seinem netten Team zu Gast. Wer schon am Donnerstag anreiste, legte die Fahrt bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von knapp 30 Grad zurück. Ein paar Teilnehmer hatten Mühe, die wenigen Schilder zum “Regenbogenland” genannten Kolpinghaus zu finden. Spätestens auf den letzten hundert Metern herrschte dann aber Klarheit: ein meterhohes Bobbycar aus Styropor war als Hinweis auf das “1. Flyingbrick Bobbycar Race” aufgestellt worden!

Schon an diesem Donnerstag füllte sich der Parkplatz schnell. Neben den vielen Motorrädern standen mehrere PKW mit Trailern auf dem Platz -ein paar (wenige) Motorräder waren nicht auf eigener Achse gekommen. Wer jetzt die Nase rümpfte, nickte später beifällig, denn es entstanden regelrechte “Servicepunkte” unter Zeltpavillons, in denen synchronisiert und geschraubt wurde. Michael Köcher zeigte sein K-aramba-Synchronisationsgerät, mit dem Einstellarbeiten nicht nur an K-Modellen leicht von der Hand gehen.

Das Regenbogenland war vollständig ausgebucht (183 Betten zählt das Haus), dazu kamen Camper und Tagesgäste. Eine am Haus befindliche “Ranch” mit Holzhütten und Grillmöglichkeiten bildete den Mittelpunkt des Treffens. Erschrocken stellte das Team vom Regenbogenland fest, dass Motorradfahrer einen gesunden Appetit mitbringen...die sonst anwesenden Seniorengruppen hatten offenbar den Durchschnitt versaut. Nun, seit diesem Abend fuhr die Küche offenbar Sonderschichten.

Der Freitag empfing die Neuankömmlinge mit Nieselregen. Schade, denn schon an diesem Tag fanden geführte Touren in die Umgebung statt. Wer eine kurze Nacht hinter sich hatte oder den regennassen Straßen misstraute, schlief etwas länger, denn der zweite Teil der Touren war für den Samstag geplant. So hatte man auf dem Gelände noch genug Gesprächspartner für ausgiebige Benzingespräche. Auch eine Forumgemeinschaft, die sich täglich im Internet schreibt, hat sich noch genug zu erzählen. Und dann war ja noch das für den Abend angesetzte Bobbycarrennen. Einige Teilnehmer vertrauten dabei auf die Herstellerangabe, das Fahrzeug könne bis 100 kg belastet werden. Stimmt, aber eben nicht mit -zig Stundenkilometern auf einer abschüssigen Straße! Freundlicher Weise hatte die Olper Polizei die Straße für uns gesperrt, was allerdings nur eine der möglichen Gefahren von den Teilnehmern fernhielt. Einige Strohballen versuchten den Eindruck höchster Sicherheit zu vermitteln. Schon beim Training am Nachmittag fanden die Fahrer allerdings heraus, dass dieser Eindruck täuschte. Mit wild schlackernden Rädern sausten sie knapp an den Eisentoren des örtlichen Sportvereins vorbei.

Mehr Weitsicht bewiesen diejenigen, die zwar Bobbycar-Karossen verwendeten, aber Fahrwerke zum Teil aufwändig konstruiert hatten. Die Lenkbarkeit des Geschosses sollte zur wichtigsten Eigenschaft werden! Zahlreiche Zuschauer säumten die Strecke und ich bin sicher, dass beim Formel-1-Rennen auch nicht mehr Kameras klicken. Eine Attraktion war auch das einzige Motor-Bobbycar des Rennens. Bobbycar? Nun, der Bolide bestand im Wesentlichen aus drei Baugruppen: Ein Motorrollerantrieb mit Hinterrad, einem Bobbycar mit Vorderrädern und einer Auswahl von Brettern, Bindedraht und Lochblechstreifen in der Mitte!

Um 18 Uhr startete bei inzwischen trockener Piste das Rennen, und die Teilnehmer traten mit Feuereifer an. Schnell wurden die Probleme der “Originale” sichtbar: Die heißen Achsen und Plastikräder gruben sich tief in die Karosse ein und machten das Bobbycar praktisch unlenkbar. Versuchte der Rennfahrer, durch Bremsen mit dem Absatz Fahrt abzubauen, schlingerte das Fahrzeug im Zickzackkurs von der Strecke...puh. Kinder, macht das niemals zu Hause! Zwischendurch zog das “Pace-Car” von Carsten die Rennfahrer mit Spanngurten wieder den Berg hinauf. Das war beim Motorbobbycar leider keine Hilfe; nach zwei Durchgängen (die beide Male im Aus endeten) verabschiedete sich die Lenkung bei einem fulminanten Crash.

Sieger Flagg und seiner stärkster Rivale Peter -beide mit technisch ausgefeiltem Gerät- brachten die Läufe dagegen souverän zu Ende. Die Teilnehmer erhielten jeweils ein T-Shirt in der Größe desjenigen, der die T-Shirts bestellt hatte. Trotz der der mittlerweile gigantischen Essensportionen im Regenbogenland dürfte die T-Shirt-Größe 3XL aber bei manchem Sportler etwas übertrieben sein...

Am Samstag starteten direkt nach dem Frühstück die nächsten Touren. Während die Einen unterwegs waren, kamen die Anderen gerade erst nach einer arbeitsreichen Woche zum Platz. Später ergaben die Zählungen etwa 500 Besucher und damit einen neuen Rekord für Flyingbrick-Treffen. Leider wurde einem Tourteilnehmer ein Kanaldeckel zum Verhängnis, was an Verkleidung wie auch Schlüsselbein Spuren hinterließ. Gute Besserung, Impy! Direkt nach den Touren wurden Stimmzettel zur Wahl des schönsten Originals, des schönsten Umbaus und des schönsten Gespanns verteilt. Auch die hilfsbereitesten Forumisti wurden gewählt. Schade nur, dass nicht jeder Gast einen Zettel ausfüllte!

Österreich

Belgien

Deutschland

Dänemark

Spanien

Niederlande

Abends wurde auf der Ranch gegrillt, so dass wir keine Mühe hatten, die Leute zusammenzutrommeln. Neben Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten wir Niederländer, Belgier und Dänen zu Gast. Besonders weit hatte es Luis aus Katalonien: 1600 Kilometer legte er aus Spanien zu Flyingbrick zurück -der Pokal für die weiteste Anfahrt war ihm damit ebenso sicher wie das Interesse der Besucher an seinen Reiseplänen. Die Auszählung der Stimmzettel (danke an Schwedin, Ralvieh und RAJG!) ergab dann Erstaunliches: eine K1200S wurde als schönstes Original gewählt! Zweifellos eine originale BMW, soviel steht fest.

Der schönste Umbau, eine Herforder K75 mit Doppelrohrauspuff unter der Sitzbank, erzeugte deutlich mehr Begeisterung bei den Gästen. Besonders freute man sich aber über das schönste Gespann. Forumfreund Hacky hatte im letzten Jahr einen Schlaganfall, dessen gesundheitliche Folgen den Verkauf seiner geliebten K100RS nahe legten. Stattdessen mobilisierte sein Freund DirkME eine beispiellose Hilfsaktion, an deren Ende der Umbau von Hackys RS zum handgeschalteten Gespann stand. Zwar fand die offizielle Übergabe schon auf der Motorradmesse in Sinsheim statt -übrigens vor hunderten von Zuschauern-, aber in Olpe wurde klar, vor welchem Publikum die wirkliche Übergabe erfolgen musste.

Auch Dirk selbst wurde für die Sammelaktion gewürdigt. Ein 70 cm hohes Schiffsdieselventil (Gewicht: 12 kg!), aufpoliert und auf einer Holzplatte mit Widmung platziert, wurde ihm als Dank des Forums überreicht. Der Dank des Forums war auch Pezi, Six1 und Peter_aus_KR gewiss, die als hilfsbereiteste Mitglieder geehrt wurden. Schließlich gab es noch Pokale für das aufwändigste (Peter_aus_KR) und schnellste (Flagg) Bobbycar. Schlussendlich wurden wieder einige Präsente unserer Sponsoren verlost...und der Webmaster hatte Feierabend. Somit wurde dann auch der Bierstand interessant, wo die zweite Nacht in Folge ausgiebig über die K, Motorräder und so ziemlich alles andere diskutiert wurde. Das Highlight war sicher die spontane Stand-Up-Comedy von Alex(andra?), die eine komplette Comedy-Vorstellung zum Besten gab...nachts um zwei im Bierstand! Sollten wir, was ich hoffe, wieder einmal nach Olpe kommen, brauchen wir unbedingt eine Abendvorstellung mit Alex, liebes Rebola-Team!

Am Sonntag morgen hatte die Sonne dann ein Einsehen, so dass der Rückweg wohl für jeden im Trockenen stattfand. Natürlich erst nach einem herrlichen Frühstück und dem gewohnt langwierigen Abschied -bis zum nächsten Jahr, Freunde!