Sodale - da bin ich wieder....
Haxen is wieder friedlich und jetzt schreib i
Zuerst wie scho gewünscht a kurze Schilderung des Unfallhergangs:
Bin auf der 3. Spur der A9 von Nürnberg in Richtung München in einer Kolonne mit wechselndem Tempo so ungefähr mit 170 Sachen am Weg gewesen - nächster Tankstop schon in Planung. Fahre an der Autobahntankstelle südlich von Nürnberg vorbei als Lucie kurz rülpst - ah, doch weniger Sprit drinnen als erwartet - keine panik, das kommt bei mienr k bei diesem Tempo relativ bald Restmenge noch ca. 2,5 Liter - also noch alles im grünen Bereich.... Wechsle auf die mittlere Spur, ebenfalls wechselndes Tempo mit etwa 140. Da kommt dann ja gleich ein Autohof.... Ein paar km vergehen - ich werde unsicher. Ist das wirklich die Stelle die ich meine.... Also auf die rechte Spur - etwa 150m vor mit frei bis zu dem Auto auf das ich dann drauf gedonnert bin... Navi angetippt - Menü - Zieleingabe - POI´s - Tankstelle.... 1. Seite: alle hinter mir - klar bin ja kurz hintern nürnberg, 2. seite: 1x rechts, 1x links .... 3. Seite: Ah, erster Eintrag: 6,7 km vor mir - angetippt und als ich auf LOS tippen will und wieder vor mir auf die Straße schau fährt der silberne Kombi plötzlich etwa 5m vor mir - steht optisch - SCHEISSE! Ich hab noch die Bremse gegriffen, aber das ABS ist glaub ich gar nicht mehr zum Einsatz gekommen - BUMMMS - hat mich ausgehoben, dann bin ich wie ein Klappmesser auf dessen Autodach geflogen - dachte zuerst ich fliege nach vorne über den drüber - nein - Rückwärtsgang - sehe beim Hinunterrutschen dessen zerbrochenen Heckscheibe, dann Aufprall auf der Straße - es geht zu wie in der Waschmaschine im Schleudergang - Sssssst - Wlupppp - Ssssst - Wlupp - es dauert eine Ewigkeit bis die Straße steht.... STILLE - aufgestanden und erst mal kräftig in den Helm geflucht. Helm ab, Handschuhe ausgezogen - Lucie liegt etwa 20m hinter mir auf der rechten Seite, Auto steht etwa 50m vor mir, alles auf der rechten Spur etwa 1/2m von der Standspur weg - gehe zur maschine stelle sie auf und will sie wegrollen - geht nicht - ah, Gang drinnen - Kupplunggezogen - geht nicht Blick nach vorne unten - Ohhh, da stecken die Trümmer der Felge zwischen den Bremssätteln

- Seitenständer. Gehe zum Auto - der Fahrer brüllt mich an: Mensch haste denn keine Augen im Kopf! Ich entschuldige mich, kann ihn beruhigen und von seienr Palme herunter holen. Dann erste Diagnose: Strecksehnen der vordersten Fingerglieder von Mittel- und Ringfinger der rechten Hand sind gerissen - also doch Krankenwagen..... Abtransport in die Kreisklinik Roth - den Blick des aufnehmenden Arztes in der Unfallambulanz nach der Schilderung des Unfalls vergess ich sicher lange nicht - DANKE ihr Schutzengel, dass Ihr alle da ward!
Fehleranalyse:
1. Beim Wechsel auf die rechte Spur Geschwindigkeit des Autos nicht oder völlig falsch eingeschätzt. Ich denke, wäre es ein LKW gewesen hätte ich sofort mit eiem langsamen Tempo gerechnet. @Ehli: Nein, ich pflichte Dir aber nicht bei
Zitat:
ehli_STD hat geschrieben: In meinen augen eine frechheit; pkw mit 90 auf dosenbahn!!
: Sorry, der darf das! Es ist wohl eindeutig meine Aufgabe aufzupassen und den vor mir fahrenden Verkehr zu beobachten und zu analysieren. Die Leute, die mit 90 auf der rechten Spur fahren stören mich weit weniger als jene, die mit teilweise durchaus höherem Tempo ewig auf der linken Spur kleben.......
2. Während der Fahrt das Navi zu bedienen lenkt eindeutig vom Verkehrsgeschehen ab - in diesem Fall auch eindeutig zu lange. Wer jetzt aber von sich sagen kann, dass er/sie noch nie während der Fahrt den Blick auf die Koffer gerichtet aht ob sie wohl noch fest und zu sind, den Kopf zur Seite gedreht hat um ein paar Worte mit der Sozia zu wechseln, den Wasserfall links betrachtet hat und dabei überlegt hat ob er nicht doch ein lohnendes Fotomotiv wäre oder noch nie auf sein Navi geschaut hat ob hinter der nächsten Kurve z. B. eine Haarnadelkurve kommt werfe den ersten Stein auf mich! Ich willauch jetzt keine "Ich weiß ja warum ich kein Navi will" Belehrung hören - sagte so schon ein Kollege im BMW Club, dem ich zur Antwort gab: Und glaubst Du Deine Methode die Karte zu falten und die Route mit Leuchtstift zu markieren um die Orte auf den Schildern schneller zu finden ist sicherer - er wurde fast rot.....
Ich kann an dieser Stelle nur Stefan zitieren (bitte korrigiere mich wenn ich mich nicht richtig erinnere): Wir Vielfahrer haben uns durch unser Können, unsere Erfahrung und Routine die Arroganz angemaßt, zu glauben, dass wir auch solche Dinge noch beherrschen. Ich habe erfahren müssen, dass dem nicht so ist.....
Warum ich das so ausführlich schreibe und auch gerne diskutiere: Wenn ich damit jemanden der das auch so macht zum Nachdenken bringen kann, hat mein Unfall einen Nutzen mehr als nur mich zum Umdenken gebracht zu haben.
Was lerne ich daraus:
Nur nicht mehr am Navi herum zu tippen wäre wohl zu einfach.... @Ralf:
Zitat:
das Navi wandert weiter nach oben vorne links
Tja Ralf, da war es schon - hab seit April Garmin mit Halter am Lenker, schön zwischen Spiegel und Tacho ausgerichtet.... lenkt aber genauso ab und gehört also auch nicht während der Fahrt bedient..... Ach, ja und noch dazu:
Zitat:
Ich möchte den Abdruck des Navigerätes auf der Stirn oder der Brust sehen.... bööötttee..
Sorry, ist leider net möglich - Navi war nach dem Unfall immer noch in der Halterung eingeklinkt und der Bildschirm zeigte immer noch den Button LOS, den ich gerade drücken wollte....
Sicher, auch meine Angewohnheit das Tankvolumen immer sehr weit auszunützen ist zu überdenken. @Pezi: Zu deiner Schilderung der betankung mit dem Batteriedöschen muss ich aber schon dazu sagen, dass das nicht mit meiner SR sondern mit der XT von Mike passiert ist, bei der man das verringerte Tankvolumen von der Reserve weggenommen hat (statt 3l wie bei meiner waren es nur ca. 0,8l - wovon ich bis zum trockenen Tank nix wusste). Aber sicher, früher zu tanken schadet ja nix.....
Und ich muss wohl auch erkennen, dass ich nicht mit Vollgas arbeiten kann und dann auch noch auf allen Vergnügungen des Forums und des BMW Clubs tanzen kann - ich hab z. B. den vollen monatsumsatz im Juli in den 10 Tagen zwischen dem Treffen in Mayrhofen und der Abfahrt nach norwegen gemacht, oder am Donnerstag vor der Abfahrt zum Boc-K im Norden noch bis in die Nacht (ich glaube es war etwa 22:00 Uhr) gearbeitet um dann schnell zusammen zu packen und mich am Freitag um 05:00 Uhr aufs Werkl zu schwingen..... Es ist so, dass ich nicht wirklich gemerkt hab, oder auch nicht whrhaben wollte, dass das Vergnügen nicht mehr Vergnügen ist, auch wenn es so wunderschön war Euch alle wieder zu sehen.....
Ihr seht, der Unfall ist auch emotional nicht spurlos an mir vorüber gegangen - ich bin also nicht "Beratungsresistent", sondern sogar lernfähig und nachdenklich.....
So, mein haxen will wieder eine Pause, mein Magen was zu futtern und der Formel 1 GP steht auch vor der Tür..... werd mich also mal wieder ausklinken.....
Bis nachher, ein nachdenklicher Tschoatschi