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K1100

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Schritt in die neunziger Jahre:
die K1100-Modelle

 

An der K100 LT waren die bisherigen Modernisierungen nahezu spurlos vorübergegangen: während die Sportversionen inzwischen über das Paraleverfahrwerk, 74 kW/100 PS und Vierventiltechnik verfügten (und somit im Gegensatz zur LT auch mit G-Kat bestellt werden konnte !), wurde die LT unverändert mit 66 kW/90 PS und Monolever gebaut.

 

Dazu muss man wissen, dass die Konstrukteure der K100 fortwährend die Auslegung des Motors auf 66 kW verteidigen mussten. Journalisten und Kunden hatten jedoch immer wieder “runde” 100 PS gefordert. Als BMW dem Wunsch Folge leistete, litt der Durchzug darunter; die Drehmomentkurve zeigte im Bereich zwischen 4000 und 5000 Umdrehungen eine Delle. Den Käufern der Sportmodelle mochte dies zuzumuten sein, denn Drehfreude und Leistung der Vierventiler waren hervorragend. Der Tourenfahrer verlangte jedoch nach anderen Eigenschaften, und die bot der ursprüngliche Motor eher.

 

 

So ist es kein Wunder, dass die überfällige Modernisierung der LT Ende 1991 den 1000er Vierventiler glatt übersprang. Stattdessen wurde der Vierventiler auf 1092 ccm aufgebohrt, der Hub blieb unverändert . Auch die Bosch-Motronic wurde überarbeitet (Version 2.2). Heraus kam ein Motor, der die Durchzugsstärke der Ur-K 100 ebenso übertraf wie die Leistung der K1. Zwar waren auch beim Motor der 1100er spürbare Vibrationen vorhanden, aber es bestand kein Zweifel, dass dies der bessere 100 PS-Motor war. Das folgende Diagramm zeigt, wie sich Leistung und Drehmoment der Vierzylinder unterscheiden:

 

 

Der neue Motor war jedoch nur eine der Änderungen, die die K1100 LT wieder in die Spitzengruppe der Tourer zurückbrachte. Eine geänderte Verkleidung umschloss den Motor noch weiter. Die Scheibe der Verkleidung konnte elektrisch verstellt werden. Dies ist auch deshalb interessant, weil die Scheibe der alten K100 LT im Ausland steiler montiert wurde, indem Keile unterlegt wurden. Nun jedoch war die Scheibe einstellbar, was besonders die Großgewachsenen freute. Zudem rückte die Verkleidung um 30 mm nach vorn, wovon die Beinfreiheit profitierte.

 

Das Fahrwerk wurde straffer abgestimmt, bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 500 kg (K100 LT: 480 kg) sicherlich kein Fehler. Vor allem aber hielt der Paralever Einzug. Diese Momentabstützung mindert wirksam die Kardanreaktionen und war bei der K1 schon seit 1988 Standard. Übrigens: laut BMW-internen Berechnungen hätte eine normale Kardanschwinge satte 140cm lang sein müssen, um ebenso reaktionsarm zu sein wie die Paraleverschwinge ! Wie schon die K1, bekam nun auch die K1100 LT attraktive Dreispeichenfelgen. Lediglich die hintere Felge war an der LT schmaler ausgeführt, so dass hier kein 160er , sondern ein 140er Reifen Verwendung fand.

Endlich war nun auch ein geregelter Kat lieferbar, der Aufpreis betrug nur 850 DM. Gegen 1995 DM Aufpreis gab es ABS. Insgesamt war es durchaus möglich, schon 1992 für eine voll ausgestattete LT 28 .500 DM auszugeben. Dafür bekam man dann auch Radio mit Fernbedienung, Heizgriffe und Alarmanlage. Das Topcase, Standard schon beim Vorgängermodell, vergrößerte BMW auf stolze 35 Liter. Zwei besonders gut ausgestattete Sondermodelle wurden im Laufe der Bauzeit angeboten: 1993 die “Special Edition” u.a. mit G-Kat, ABS II und Radio für 27.950 DM, 1997 schließlich die LT “Highline” mit vielen verchromten oder polierten Teilen, Radio und Rückenlehne. Der Preis: 29.600 DM.

 

Natürlich war es unlogisch, das Sportmodell mit einem kleineren Motor als den Tourer auszuliefern. Im September 1992 löste daher die K 1100 RS die Tausender ab -die K1 wurde dagegen unverändert weitergebaut. Offensichtlich rechnete man nicht damit, die eher schwachen Verkaufszahlen der K1 durch den neuen Motor entscheidend verbessern zu können.

 

 

Zurück zur RS. Auch beim Tourensportler fand eine neue Verkleidung Verwendung. Hatte die erste K100 RS noch eine Dreiviertelverkleidung, so wurde bei der RS 16V ein Motorspoiler (zumeist als Zubehör) ergänzt. Konsequent wurde bei der K1100 RS die noch verbleibende Lücke geschlossen und eine Vollverkleidung konstruiert. Zeitgenössische Tests sahen in den Abluftöffnungen der Verkleidung Stilelemente des Ferrari Testarossa -weniger schwärmerisch Veranlagte bemerkten, dass Suzukis RF600 R ganz ähnliche “Kiemen” aufwies...Die Öffnungen waren jedenfalls nicht nur ein Stilelement. Schon bei der K100 RS machte die Motorwärme dem Fahrer im Sommer zu schaffen, so dass die geschlossene Verkleidung der K1100 RS die Kühlerabluft seitlich abführen mußte.

 

Die vergrößerten Batterieblenden schlossen nun die Lücke unter dem Tank, und der Auspuff wurde wie bei den 16V-Tausendern durch ein verchromtes Teil mit rundem Querschnitt ersetzt. Stilistisch ist diese K1100 RS für viele bis heute die schönste K-BMW. Auch unter der Oberfläche wurde die RS verbessert: zu einem nochmals verstärkten Rahmen kam eine andere Abstimmung der Federelemente (die übrigens aus Italien und Japan stammten !). Beibehalten hatte man das Konzept, den Kardan der RS länger als bei der LT zu übersetzen (2,81:1 bei der RS gegenüber 2,91:1 bei der LT). Sicher hätten auch die LT-Fahrer gern vom niedrigeren Drehzahlniveau profitiert, drehte die LT doch bei Tempo 130 km/h mit 5000 U/min gleich 500 Umdrehungen höher als die RS ! Da der Luftwiderstand der LT höher war, beließ man es dennoch bei der kurzen Übersetzung.

 

Von je her war die K-Reihe ein Modell mit viel Elektronik. Trotzdem unglaublich: BMW spendierte der 1100er eine 700 Watt-Lichtmaschine (die Batterie hingegen verkleinerte man auf 19Ah). Das stromhungrige ABS II, dessen Einführung bevor stand, machte den Aufwand notwendig.

 

Die Vibrationen hatte man dem neuen Motor leider nicht nehmen können. Konstruktiv begenete man dem Problem mit Lenkergewichten und schwingungsentkoppelten Fussrastenplatten. Dennoch war das Kribbeln spürbar.

 

Auch die RS gab es als Sondermodell: 1994 in rot mit schwarzen Schriftzügen für 25.300 DM, worin das ABS enthalten war. Ende 1995 kam ein letztes Sondermodell in schwarz/silber mit polierter Telegabel auf den Markt. 1997 folgte die K1200 RS als aktuelles Modell der Bayern und löste die 1100 RS ab, die LT wurde jedoch bis 1998 weiter angeboten. Seitdem bietet BMW die K1200 LT an.