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Ungleichförmige Bremswirkung

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  • Ungleichförmige Bremswirkung

    Hallo liebe Leute, ich dachte ich schreibe mal von der Leidensgeschichte meiner Bremsen.

    Das ganze fing vor 2 Jahren damit an, dass ich von einer Norwegen- Tour zurückfuhr und beim leichten Bremsen ein rubbeln verspürte. Viel intensiver war aber noch eine sehr ungleichförmige Bremswirkung beim langsamen abbremsen bis in den Stillstand. Man hatte das Gefühl als hätte man eine "8" im Vorderreifen.Nach einigen Tagen des täglichen Fahrens in der Stadt zur Arbeit war es mal besser mal wieder intensiver.
    Der Druckpunkt der Handbremse war eher früher zu verspüren.
    Da meine "Alte" schon auf die 100.000 km zulief habe ich die Bremsscheiben vorne und hinten nachgemessen und stelle fest: sie sind runter (zu dünn).
    Also neue gekauft (schwimmende) und nach 5000 km wieder der gleiche Mist.
    Scheiben zurückgegeben und wieder welche von Brembo eingebaut (neu) dabei auch gleich die 3 Zangen und die beiden Bremspumpen überholt. (greinigt + neue Dichtungen)
    Stahlflex - Leitungen hatte ich nach dem Kauf schon eingebaut.
    Nach einer Weile trat das Problem wieder auf - Mist. X(
    Alles kontrolliert und festgestellt, dass das Vorderrad sich nicht ganz frei drehen lässt.
    Die Zangen lösen also nicht ganz !! (was aber nie zu einem fühlbaren Temperaturanstieg auf freier Strecke führte !!)
    Daraufhin habe ich die Scheiben nachgemessen und stellte einen Dicken-unterschied von bis zu 4/100 mm fest. (jeweils um 180° / 90° Grad versetzt).
    Das war also die Ursache für die "Eierei", da der normale Schlag der Scheibe dazu führt, dass diese an dieser Stelle (wo halt der Schlag ist) dünner wird.
    Da die K zwei Scheiben hat, und diese nicht an der selben Stelle dünn werden (oder nur eine Zange nicht löst) merkt man es auch nicht sofort.
    Auch wenn man die Scheiben dreht oder gegeneinander verändert (was ich an verschiedenen Stellen gelesen habe) würde man ein anderes / besseres Bremsverhalten erzielen.
    Nach intensivem Grübeln und forschen habe ich die Stifte der Zangen sehr gründlich gereinigt (poliert) - neue Beläge eingebaut und wieder gut - das Rad läuft frei.
    Nach wenigen km besserte sich die Situation und nach 100 - 200 km war alles wieder Super :) .
    Inzwischen hatte ich zwei K75s und auch bei der "Neuen" lösten die Zangen manchmal nicht richtig....
    In einem letzten Versuch nochmal die Brembo - Zangen und die Handbremspumpe gereinigt und überholt,
    die Bremsleitungen ausgetauscht neue Stifte eingesetzt und die Stahlflexleitungen erneuert.
    Den Frust, als sich das Vorderrad nach der Reparatur nicht frei drehte könnt ihr sicher nachvollziehen || ?(
    Wieder intensive Denkpause ..........
    Bei der Überholung der Zangen war mir nach dem Einsetzen der neuen Dichtungen aufgefallen, dass ich einen gewissen Kraftaufwand brauchte um den Kolben zu bewegen.
    Danach flutschte der Kolben aber scheinbar leicht in die Zange bis zum Anschlag.
    Dies habe ich auf die neuen Dichtungen geschoben (mehr Spannung).
    Dann hatte ich die Idee, dass, obwohl ich die Kolben gereinigt hatte und sie ohne Beschädigungen etc. waren,
    sich ein dünner Gummibelag auf der Oberfläche der Kolben nach all den Jahren befinden könnte.
    Dieser würde den Reibwert zwischen Kolben und Gummidichtung ungünstig verändern.

    Daher habe ich die Kolben nochmal ausgebaut und mit einer einfachen Polierscheibe (Leinen) ordentlich nach-poliert.
    Danach waren die Oberflächen nicht mehr nur glatt, sondern Aal - glatt. Dann die Kolben wieder hauchdünn mit Silikonfett eingestrichen.
    Schon beim Einsetzen der Kolben stellte ich fest, dass der Anfangswiderstand zum Bewegen der Kolben sehr viel geringer war.
    Sie gingen auch insgesamt leichter zu bewegen.

    O.k. Leute was die der Oberfläche der Kolben verändert hat, kann man sicher diskutieren, es hat vermutlich mit den 28 Jahren seit der Herstellung zu tun.
    Vermutlich war es auch nicht überall gleich, so dass ich mit neuen Belägen u.U. eine Bessere Stelle erwischte und es dann erst mal wieder ging.....

    Aber jetzt ist wieder alles in Butter :thumpup: :thumpup: :thumpup: :thumpup:
    und vielleicht hilft es einem

    Gruß Micha
    K75s 2 :coolesau:
  • Der Blaue schrieb:

    Dann die Kolben wieder hauchdünn mit Silikonfett eingestrichen.
    Wobei Silikonfett IN der Bremsanlage nichts zu suchen hat.
    Besser die extra dafür vorgesehene Bremskolbenpaste verwenden.
    Gruß aus
    K-astorf im K-reis Herzogtum-Lauenburg
    (im ECHTEN Norden)
    Onkel Nils

    Nich ann rumfummeln wenn't löpt!!

    Echte Nordlichter frieren nicht!!
    Wir zittern vor Wut, dass es nicht noch kälter ist!!!



  • Schön geschrieben. Ich habe das ähnliche Problem am Hinterrad. Nix hat geholfen. Andere Scheibe, Beläge, Neue Kolben, Dichtungen. Scheiben auf unterschiedlichen Endantriebe, alles poliert. Noch immer rubbeln bei geringer Geschwindigkeit. Und die Beläge sind ungleichmässig abgenutzt. Kolben kommen gleich raus, aber vielleicht nicht unter Druck. Tsss... X(

    Gut dass es bei dir geklappt hat! :thumpup:
  • NILS_RZ schrieb:

    Der Blaue schrieb:

    Dann die Kolben wieder hauchdünn mit Silikonfett eingestrichen.
    Wobei Silikonfett IN der Bremsanlage nichts zu suchen hat.Besser die extra dafür vorgesehene Bremskolbenpaste verwenden.
    Vielleicht habe ich das etwas ungenau geschrieben, gemeint war das bei dem Brembo - Dichtungssatz mitgelieferte Fett. Da es sich dabei um ein klar durchsichtiges farbloses Fett handelt gehe ich aber davon aus, dass es sich um reines Silikonfett handelt.
    K75s 2 :coolesau:
  • K75liebhaber schrieb:

    Und die Beläge sind ungleichmässig abgenutzt. Kolben kommen gleich raus, aber vielleicht nicht unter Druck.
    1. Das höhere Losbrech-Moment der alten (unbearbeiteten) Kolben (aber mit neuer Dichtung) habe ich nur im Vergleich vorher / nachher und nur beim Einsetzen in die zerlegte Zange feststellen können. Sowie wieder Bremsflüssigkeit im System ist ist es nicht mehr spürbar, weil die klitzekleine Ausgleichbohrung im HB den größeren Widerstand darstellt.Wenn dann die Kolben wieder Frei sind dauert es auch wieder eine Weile bis die Scheibe wieder an allen Stellen gleich dick ist :)
    2. Eine ungleichmäßige Abnutzung der Beläge heißt immer, dass einer der Kolben fest (-er) ist-
    Welcher von beiden das dann ist, lässt sich aber so nicht sagen, es hängt einerseits davon ab ob man überwiegend fährt oder bremst (Land/Stadt) und ob der Kolben nicht raus oder nicht rein will.....Meiner Erfahrung nach ist meist der Kolben mit dem dünnere Belag der Übeltäter.
    Gruß Micha
    K75s 2 :coolesau:
  • Mit dem festsitzendem Kolben und dem entsprechenden Verschleiß des Bremsklotzes auf der gleichen Seite - bin ich ganz bei dir. Ich hatt ein ähnlich gelagertes Problem bei meiner 100V2 als ich sie im Mai 2017 erwarb. Da war eine verzogene Scheibe hinten mein Problem. Habe dann einfach eine noch brauchbare Scheibe einer V4 (Verschleißgrenzen sind unterschiedlich) aufgebaut und neue Beläge spendiert - siehe da- bremst enwandfrei ohne Rubbeln. Ist die Scheibe demnächst fällig, habe ich noch die Aufnahme der Originalscheibe und somit brauche ich dann nur tuschen. Läuft hat manchmal.

    Gruß aus Auetal
    Hauptsache läuft.... :thumbup
  • Der Blaue schrieb:

    Das mit dem Fett auf der Dichtung sollte man sich gut überlegen ich hab da mal eine kleine Skizze gemacht...
    Und das ist genau das, was ich mit meiner Aussage:

    NILS_RZ schrieb:

    Wobei Silikonfett IN der Bremsanlage nichts zu suchen hat.
    Besser die extra dafür vorgesehene Bremskolbenpaste verwenden.
    gemeint habe.
    FETT (egal ob Silikon oder sonstiges) hat IN der Bremsanlage NICHTS zu suchen.

    Nach meiner Kentnis lösen sich allerdings die (ggfs. im Rep.-Satz mitgelieferten, bzw. sonst im Handel erhältlichen) speziellen BREMSKOLBENPASTEN in Anwesenheit von Bremsflüssigkeit RÜCKSTANDSFREI auf. Eine evtl. "Schmierung" findet dementsprechend IN der Bremsanlage (im Idealfall) ausschliesslich durch die BFL statt.
    Gruß aus
    K-astorf im K-reis Herzogtum-Lauenburg
    (im ECHTEN Norden)
    Onkel Nils

    Nich ann rumfummeln wenn't löpt!!

    Echte Nordlichter frieren nicht!!
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  • Richtig. Bremsenpasten zum Einsetzen der Kolben sind, meines Wissens Polyglykole, also längerkettige Alkohole. Das löst sich in der Bremsflüssigkeit. FETT ist wirklich tabu!
  • Aus der Praxis -
    und wenn mangels verfügbarer Dichtsätze im "Notfall" versiffte Sättel geöffnet werden müssen und Teile gereinigt sind :

    Wenn die Manschette und der Quadratring noch weich und gut ist steht einer erneuten Verwendung nichts im Wege
    Ich habe an 2 & 4 Kolben Sätteln die Kolben poliert , Dichtungen mit ATE Paste bestrichen und alles neu montiert
    Kolben "trocken" montieren ist Kagge - ATE Paste ist dafür da

    Funktion war wieder 1A - inkl Rückstellfunktion - und das auch auf lange Zeit

    Gleiches habe ich auch mit Bremspumpen schon gemacht.
    dabei allerdings auch schon mit weniger Erfolg.

    man muss nur beurteilen können ob die Teile noch gut sind.

    Bei geplanten Überholungen sind natürlich Repsätze angesagt
    Ein Y-Chromosom macht das Leben unbeschwert

    Grüße von Olaf aus H-U
  • Der Blaue schrieb:

    NILS_RZ schrieb:

    Der Blaue schrieb:

    Dann die Kolben wieder hauchdünn mit Silikonfett eingestrichen.
    Wobei Silikonfett IN der Bremsanlage nichts zu suchen hat.Besser die extra dafür vorgesehene Bremskolbenpaste verwenden.
    Vielleicht habe ich das etwas ungenau geschrieben, gemeint war das bei dem Brembo - Dichtungssatz mitgelieferte Fett. Da es sich dabei um ein klar durchsichtiges farbloses Fett handelt gehe ich aber davon aus, dass es sich um reines Silikonfett handelt.
    Silikonfett sieht der Bremspaste sehr ähnlich. das kannst Du optisch nicht unterscheiden. Zumal es von beiden Substanzen unterschiedliche Viskositäten gibt. Ich gehe davon aus, dass Du kein Silikonfett eingesetzt hast.
  • Das Problem mit mineralischem Fett ist weniger die Rückstellung der Kolben (die findet alleine schon daurch statt, daß die Scheiben nie 100% plan sind), sondern Mineralöle und -fette können die Dichtungen angreifen.
    mfg Klaus

    Franken sind garstig.
    Sie können es halt nur nicht so zeigen...
  • Inzwischen bin ich wieder ein wenig schlauer......
    Also nur kurz zum "Fett" bitte kein Fett verwenden schon gar nicht irgend eins. Brembo empfiehlt das mitgelieferte Schmiermittel (O-Ton!), oder Bremsflüssigkeit zu verwenden.
    Alternativ könnte man m.E. auch Bremskolbenpaste (z.B. ATE) verwenden.
    Nur aber zu den grundsätzlichen Erkenntnissen:
    Nach weiteren (vergeblichen) Versuchen habe ich mir zum Test neue Kolben bestellt.
    Die Oberfläche der neuen Kolben ist eher matt. Damit dürfte sich eher eine gewisse Haftung ergeben die das Rückstellen der Kolben bei Entlastung ermöglicht.
    Die alten Kolben waren total glatt in der Oberfläche und mit der Idee sie zu nachzupolieren habe ich wohl eher das Gegenteil erreicht.

    Neuer_Kolben.jpg
    Dies ist ein neuer Kolben
    Gebrauchter_Kolben.jpg

    dies ist ein gebrauchter Kolben

    Im Zweifelsfall würde ich empfehlen bei Bremszangen die sich nicht vollständig lösen, die Kolben und die Dichtungen auszutauschen
    .....und lediglich die Kolbendichtungen vor dem Einsetzen der Kolben mit Bremsflüssigkeit einzustreichen.
    Für die Aufarbeitung der alten Kolben habe ich inzwischen auch eine Lösung, die hier aber nicht veröffentlichen möchte.
    Gruß Michavon_oben_gebraucht_aufgearbeitet_neu.jpg
    K75s 2 :coolesau:

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Der Blaue ()

  • Bremsmontagepaste ist nichts anderes als eingedickte, gelierte Bremsflüssigkeit. Nicht zu verwechseln mit den so genannten Antiquietschpasten.
    Bremskolben aus Stahl z. B. sehen immer hochglanzpoliert aus und weisen eine sehr geringe Rautiefe auf, die auch zur Abdichtung benötigt wird.
    Die "Rückstellkraft" der Rechteckdichtung wird letztendlich von der Güte der Passung, optimal im Neuzustand, und der Elastizität des Werkstoffs bestimmt, schlecht wenn verhärtet.
    Gruß, Tommy
    Gruß, Tommy

    Ich bin kein Biker und fahre kein Moped!
  • HeinzNOH schrieb:

    Matt machen?
    Mit einem hübschen Schachmatt?

    Klemmende Kolben sind fast immer das Ergebnis von Gammöl auf dem Steg ausserhalb des Einstiches.
    Daher kommt auf die Metallfläche bei mir ein feiner Aufstrich von Graphitfett drauf, alles Ausserhalb des Rechteckringes, wohlgemerkt.
    Jaja, schimpft nur wieder, aber meine Langjährigen Tests diesbezüglich sind alle positiv verlaufen. Wenn nur Pflege angesagt ist, also nicht die Kolben raus, dann gibts einen kleinen Spritzer WD40 unter die Staubmanschtte, das wirkt Wunder.

    So- das gilt nur für mich und darf unter keinen Umständen nachgemacht werden, weil das ist ja lebensgefährlich. Aber leider Ge.l.
    Grüße vom Andy,

    BMW Back Ma´s Wieda :thumbsup:

    kochhof.de
  • Anmerkung :
    Der übliche Rückstellweg, den der Kolben selbsttätig bei Entlastung zurückgehen muss wird in der Fachliteratur mit 1/10 mm angegeben.
    Angaben über die Rauhigkeit habe ich leider nicht gefunden.
    Tun die Kolben das nicht führt dies nach meiner Erfahrung sehr schnell zu einer spürbar ungleichförmigen Bremswirkung über den Umfang der Scheibe.
    .... Und ja: Matt machen (Profi-Kunststoff-Fließt ähnlich Scotchbritt)
    Dem interessierten Laien sollte die eigene Sicherheit aber 35,-€ für zwei neue Kolben wert sein (mir auch)
    Gruß Micha
    K75s 2 :coolesau: